Finale des World Cup Challenge IV

in Istanbul

9.-18. Januar 1998

Spiel #12

Ray Glaeser (7)          J. Grandell (20)
(Black needs 16)       (White needs 3)

Weiß am Wurf.

Cube action?!

K: Wann überhaupt sollte Weiß bei einem solchen Vorsprung doppeln?

Berechnen wir kurz das Dopplungsfenster unter der Voraussetzung, daß Schwarz sofort redoppelt, weil er von dem Besitz des Dopplers nicht viel erwarten kann:

Aktion:

D(P)
D(T)
D(T)lose
No D lose
No D win

Matchstand

7:21
7:23
11:20
8:20
7:21

Matchgewinnchancen

98,5% (1,5%)
100% (00%)
92,2% (7,8%)
96% (4%)
98,5% (1,5%)

Doublingpoint von Weiß: 3,8% : (3,8%+1,5%) x 100% = ca. 72%.

Takepoint für Schwarz: 1,5%: 7,8% x 100% = ca. 19%.

Das Dopplungsfenster von Weiß (72%-81%) liegt zwar durch den Vorsprung bedingt bedeutend höher als im Spiel um Geld, liegt jedoch bei weitem nicht so hoch, daß man nur selten zum Dopplungseinsatz kommt. Stellungen, in denen der Führende und der Zurückliegende nahezu keine Gammons gewinnen können, sind einfach zu behandeln: Der Führende sollte mit Gewinnchancen um die 80% doppeln. Der Zurückliegende sollte bis ca. 19% Gewinnchancen annehmen.

Kommen allerdings die Gammons ins Spiel, so muß der Führende abwägen, ob er seine Gammons voll zählen lassen will, oder ob er zuläßt, daß der Gegner diese durch ein Redoppel aus dem Spiel doppelt und seine eigenen damit um so effektiver werden läßt. Unter den genannten Umständen bringt ein Gammongewinn für den Gegner mehr als eine Verdopplung seiner Matchgewinnchancen (20:11 => 20:15).

Hier nun beispielhaft eine Berechnung des Dopplungsfensters unter Berücksichtigung der Gammongewinne:
Weiß (der Führende) gewinnt ca. 25% seiner Spiele gammon und 1% backgammon (wie in der Problemposition).
Schwarz gewinnt ca. 20% seiner Spiele gammon und keine backgammon.

Aktion: Matchstand Matchgewinnchancen
 

D(P)
D(T)win
D(T)lose s
D(T)lose g
No D lose s
No D lose g
No D win s
No D win g
No D win bg

 

7:21
7:23
11:20
15:20
8:20
9:20
7:21
7:22
7:23

normal

98,5%
100%
92,2%(80%)
81,5%(20%)
96%(80%)
95%(20%)
98,5%(74%)
99,25%(25%)
100%(1%)

im Schnitt


100%

90,1%

95,8%


98,7%

Doublingpoint von Weiß: (95,8%-90,1%):(95,8%-90,1%+100%-98,7%)x100%= 5,7%:(5,7%+1,3%)x100% = 81%.

Takepoint für Schwarz: 1,5%:9,9%x100%=ca. 15%.

Unter der Berücksichtigung der Gammons wird das Dopplungsfenster von Weiß bedeutend enger (85%-81%).
In der Problemposition hat Schwarz zumindest ein 2er-Punkt Spiel und somit höhere Gewinnchancen als die im Dopplungsfenster geforderten.

Korrekte Dopplungsentscheidung: Kein Doppel - Take/Redoppel.

Weiß am Wurf.

Cube action?!

K: Weiß gewinnt nicht mehr viele Gammons und wird auch nur selten noch einen Gammonverlust einstecken müssen.

Schwarz hat allerdings in seinem schlecht getimten 2er-Punkt Spiel aufgrund des offenen 5er-Punktes von Weiß immer noch fast 20% Gewinnchancen.

Aus der Berechnung im letzten Problempositionsdiagram ergibt sich folgende Dopplungsentscheidung als korrekt: Doppel -Take/Redoppel.

13. doppelt auf 2

14. Pass gewinnt 1 Punkt.

Game #13

Ray Glaeser (7) J. Grandell (21)

(Black needs 16) (White needs 2)


1.
2.
3.
schwarz
6-4:24/18 13/9
2-1:Bar/23 18/17*
5-2:9/4 6/4
weiß
5-5:2x(8/3) 2x(6/1)*
6-1:Bar/18
4-1:13/8*

Schwarz am Wurf.

Cube action?!

K: Wann sollte der Zurückliegende bei einem solchen Rückstand doppeln?!

Ermitteln wir wieder kurz das Dopplungsfenster unter Berücksichtigung von Gammons und Backgammons.

Schwarz gewinnt ca. 30% seiner Gewinnspiele gammon und 2% backgammon (wie in der Problemposition).

Weiß gewinnt ca. 30% seiner Spiele gammon und 1% backgammon.

Aktion: Matchstand Matchgewinnchancen
 

D(P)
D(T)win s
D(T)win g
D(T)win bg
D(T)lose
No D win s
No D win g
No D win bg
No D lose s
No D lose g

 

8:21
9:21
11:21
13:21
7:23
8:21
9:21
10:21
7:22
7:23

normal

2%
2,5% (68%)
4%(30%)
7%(2%)
0%
2%(69%)
2,5%(30%)
3,3%(1%)
0,75%(69%)
0%(31%)

im Schnitt




3%
0%


2,2%

0,5%

Doublingpoint von Schwarz: 0,5% : (0,5% + 0,8%) x 100%= 38%.

Takepoint für Weiß: 1% : 3%x100%= 33%.

Ein korrektes Doppel für Schwarz ist bei Gewinnchancen zwischen 38% und 67% angesiedelt!

Schwarz ist in der Problemposition klarer Favorit und die Stellung ist sehr labil. Ein Treffer läßt die Gewinnchancen von Schwarz leicht über 70% steigen, da mit dem Blitz-Potential die Gewinnchancen von Weiß schnell schwinden.
Schwarz muß deshalb doppeln. Schwarz doppelt den zusätzlichen Wert von Gammongewinnen für Weiß aus der Stellung und erhöht den Wert seiner Gammongewinne. Weiß hat mit etwas über 40% Gewinnchancen ein klares Take.

Korrekte Dopplungsentscheidung: Doppel - Take.

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Erstellt: akspiele OHG   Copyright by Harald Johanni, Nürnberg
Zuletzt geändert am: 08. Feb. 2000